Orbit-iEX wird Orbit
Interview mit Giancarlo Palmisani, Messeleiter Orbit und Urs A. Ingold, CEO Exhibit & More AG
Die Schweizer ICT-Unternehmen benötigen eine Messeplattform, die das gesamte Spektrum ihrer Angebote abzudecken vermag. Die Orbit, welche jährlich im Mai im Messezentrum Zürich stattfindet, bedient diese Anforderung. Rund 400 Aussteller und deutlich über 16'000 Messebesucher unterstreichen diese Aussage. Jedes Unternehmen, ob Grosskonzern, KMU oder Einzelfirma benötigt die richtige IT-Lösung, um am Markt erfolgreich zu sein. Ob Gesamtlösung, Teillösungen, die Frage des geeigneten Servers, Festnetz- oder Mobilkommunikation, Webauftritt oder ganz einfach der richtige Drucker: der Messebesucher - ob Fachmann oder Laie - findet an der Orbit das auf ihn zugeschnittene, kostenoptimierte Angebot.
"Wir werden unter dem Titel "Zoom Day" an jedem einzelnen Messetag ein Thema speziell hervorheben."
Robert Weiss: Herr Ingold, für 2009 fällt auf, dass eine Korrektur des Messenamens und des Designs stattgefunden hat. Warum?
Urs Ingold: Das Wortknäuel Orbit-iEX wird zu Orbit und damit einher geht ein visueller Wechsel, der die Stringenz und Dynamik des neuen Namens auch optisch unterstreicht. Diese Klarheit und Frische steht stellvertretend für das Konzept 2009 und der folgenden Jahre.
Robert Weiss: Sie geben mir das Stichwort. Was können Aussteller und Besucher vom Konzept 2009 erwarten?
Giancarlo Palmisani: Bereits 2008 haben wir einige Neuerungen eingeführt, die grossen Anklang gefunden haben sind. So zum Beispiel die Initiative "Klare Sprache statt Fachchinesisch", die auf der Tatsache fusst, dass das typische Schweizer KMU nicht notwendigerweise einen CIO beschäftigt, aber ein deutliches Bedürfnis an ICT-Lösungen hat. Wir haben die Fachbegriffe von Dr. Pascal Sieber und Partners AG in Bern "übersetzen" lassen. Zu jedem Thema kann sich der Nutzer die Fragen stellen: "Worum geht es?" und "wie setze ich es um?". Das Ganze ist mit praktischen Checklisten für den Chef und Querverweisen zu Angeboten unserer Aussteller verbunden.
Robert Weiss: Theoretisch hört sich das ja spannend an, wurde es aber auch genutzt?
Urs Ingold: Und wie. Denn es war keine solitäre Massnahme. Zusätzlich zu dieser Initiative haben wir Nicht-IT-Verbände angesprochen und ihnen das Konzept erklärt. Vielen Unternehmen der Schweiz war bislang nicht klar, dass die Orbit auch die Messeplattform für die gesamte "C-Ebene" ist. Also nicht nur für IT-Professionals, sondern ebenso für CEOs und CFOs. Auf Anhieb haben neun Verbände die Orbit zum Pflichttermin für ihre Mitglieder erklärt und entsprechend beworben.
Robert Weiss: Sie sprechen von einem Erfolg, die Medien hatten dies aber etwas kritischer gesehen. Wie war der Erfolg für Sie denn messbar?
"Die Unterstützung durch ICTswitzerland sowie die neue aktive Rolle des SWICO sind durchaus grandiose Neuerungen."
Giancarlo Palmisani: Leider hatten wir aus verschiedenen Gründen einen Einbruch von 500 auf 370 Aussteller zu verzeichnen. Da die Aussteller die Treiber für die Besucher sind, hätten diese bis zu 25% einbrechen können. Sind sie aber nicht. Wir konnten ähnlich gute Besucherzahlen wie im Jahr zuvor verzeichnen. Gleichzeitig ist der Anteil der von Urs Ingold beschriebenen C-Ebene auf ein Verhältnis von einem Drittel zu zwei Drittel IT-Professionals angestiegen.
Urs Ingold: Auf diesem Erfolg werden wir 2009 aufbauen. Wir beab-sichtigen, kontinuierlich weitere Nicht-IT-Verbände ins Boot bzw. auf die Messe zu holen.
Robert Weiss: Scheinbar aber auch reine IT-Verbände an sich. Oder wie ist das Vorwort des Präsidenten des ICTswitzerland, Stefan Arn, auf der Titelseite zu verstehen?
"Klare Sprache statt Fachchinesisch"
Urs Ingold: Mit den eben beschriebenen Initiativen "klare Sprache statt Fachchinesisch" und der Gewinnung der Nicht-IT-Verbände zielen wir auf zusätzliche und vor allem neue Besucher ab. Dass 2009 erstmals die Dachorganisation der 21 ICT-Verbände der Schweiz die Orbit unterstützt, ist nicht nur ein Novum, sondern unseres Erachtens ein Meilenstein in der Geschichte der IT-Messen. Wir sind ausgesprochen stolz, dass wir ab sofort auch offiziell die Veranstaltung der Schweizer ICT-Szene sind. Bei dieser Zusammen-arbeit steht für alle Beteiligten ganz klar die Rückgewinnung der ultimativen Messeplattform für die Schweiz im Vordergrund. Wie Sie aus dem Vorwort von Herrn Arn entnehmen können, ruft er die Branche auf, wieder vermehrt Flagge zu zeigen und sich nicht mehr länger zu verstecken. Deshalb trägt seine Botschaft auch die Überschrift: "Und die Schweizer ICT-Branche existiert doch!".
Robert Weiss: ICTswitzerland deckt, wie Sie richtig gesagt haben, 21 ICT-Verbände ab, vor allem ausstellerseitig, aber mit dem Verband der Schweizer Informatiker (SI) und dem ASUT auch starke Fachbesuchergruppen. Der SWICO war ja bereits ein Partner der Orbit. Ändert sich daran etwas?
Palmisani: Der Verband SWICO hat ein neues Präsidium. Andreas Knöpfli von SUN Microsystems wurde zum Präsidenten gewählt, Pierre Muckly, der ehemalige Canon Schweiz-Chef zum Vizepräsidenten und ist zuständig für die strategische Entwicklung. Pierre Muckly wird den SWICO erstmals auch im Beirat der Orbit vertreten. Darüber freuen wir uns sehr, denn bei seiner Energie und Dynamik kann uns sein Engagement nur in eine Richtung bringen - nach vorne.
"Es liegt uns viel daran, vermehrt CEOs und CFOs zu involvieren."
Robert Weiss: Sie haben detailliert beschrieben, welche Massnahmen aus der Vergangenheit auch für die Zukunft Bestand haben werden. Nun stellt sich mir natürlich die Frage, ob denn auch mit wirklich neuen Ideen gerechnet werden kann?
Urs Ingold: Wir sind eigentlich der Meinung, dass die Unterstützung durch ICTswitzerland sowie die neue aktive Rolle des SWICO durchaus grandiose Neuerungen sind. Aber wir können noch eine wesentliche Neuerung ankündigen. Wir ändern den begleitenden Kongress zu einem tragenden, tagesbestimmenden Element. Wir werden unter dem Titel "Zoom Day" an jedem einzelnen Messetag ein Thema speziell hervorheben.
Robert Weiss: Und wie soll man sich das vorstellen? Sind dies wie in der Vergangenheit reine Fachvorträge?
Giancarlo Palmisani: Jein. Wie Urs Ingold eingangs erwähnte, liegt uns sehr daran, die gesamte "C-Ebene" der Unternehmen mehr zu involvieren. Die Idee ist, dass wir jeweils mit einer wirtschaftlichen und/oder politischen Keynote in den Tag starten, gehalten von einem Referenten, der es im wahrsten Sinne des Wortes in sich hat.
"Auf Anhieb haben neun Verbände die Orbit zum Pflichttermin für ihre Mitglieder erklärt und entsprechend beworben."
Robert Weiss: Also sind grosse Namen zu erwarten? Wenn das Thema "ERP-Business Software" Aufhänger eines Zoom Days ist, so würden Sie beispielsweise einen George Soros die Keynote sprechen lassen?
Urs Ingold: Ob es uns dann wirklich gelingt, beispielsweise einen George Soros zu gewinnen, werden wir noch sehen. Aber richtig, den Auftakt zum jeweiligen Zoom Day sollen Persönlichkeiten mit einer starken Anziehungskraft machen, um so vor allem CEOs und CFOs für das Thema gewinnen zu können. Danach soll das jeweilige Thema dann in Workshops vertieft werden.
Robert Weiss: Stehen die Zoom Day-Themen bereits fest?
Giancarlo Palmisani: Das Thema "Business Software" haben Sie bereits erwähnt, daneben als sehr aktuelles Thema "Green IT" sowie "IT-Security" und selbstverständlich "Web-Technologies".
Das Interview führte:
Robert Weiss











































